Erneut Derbyzeit


Nach dem Ost-Derby am vergangenen Samstag gegen Dresden, steht an diesem Wochenende bereits das nächste Derby für Erfurts Volleyballerinnen auf dem Programm. Am Samstag, 18 Uhr, empfängt Schwarz-Weiß Erfurt den VfB Suhl LOTTO Thüringen.

Auch wenn Erfurts Trainer Jonas Kronseder und Suhls Kapitänin Claudia Steger in der gemeinsamen Pressekonferenz vor dem Derby am Samstag versuchten, dem Aufeinandertreffen der beiden Thüringer Erstligisten einen normalen Anstrich zu verleihen, wird der Versuch spätestens mit dem Anpfiff am Samstagabend mehr Farbe bekommen. Das einzige was in so einem Spiel normal ist, ist die Tatsache, dass es um drei Punkte wie in jedem anderen Volleyballspiel geht. Für den Samstag war es das dann aber auch schon mit Normalität.

Knapp 1000 Karten gingen bis Freitagmittag über den Vorverkauf bereits weg. Und Geschäftsführer Heiko Herzberg ist guter Dinge, dass die restlichen Tickets der 1250 vorhandenen Sitzplätze bis spätestens zum Spielbeginn ebenfalls verkauft sind. Das ist ebenso weit über Norm wie die Tatsache, dass aus Südthüringen etwa 300 Zuschauer ihre Mannschaft begleiten werden. Dass 250 davon per Sonderzug mit der Südthüringenbahn zu einem Volleyball-Bundesligaspiel anreisen, ist abseits des Rennsteiges ebenso beispiellos.

Passend zum Thüringer Volleyballgipfel hat sich hoher Besuch angesagt. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow wird zugegen sein und kann sich ein Bild davon machen, welche Begeisterung Deutschlands ästhetischste Mannschafts-Ballsportart im Freistaat besitzt. Majestätisch wird es in der 10-Minuten-Pause. Das Erfurter und Thüringer Prinzenpaar stattet samt Gefolge unter Trommelwirbel dem Ballspektakel einen Besuch ab.

Von Normalität kann also am Samstagabend nicht die Rede sein. Doch bei allem Drumherum richtet sich der Fokus letztlich auf das Geschehen auf dem Spielfeld. Dort werden beide Mannschaften, die sich jeweils sehr optimistisch gaben, als Sieger das Spielfeld zu verlassen, ab 18 Uhr um die drei Punkte fighten. Zwar gewann das SWE-Volleyteam das Hinspiel unerwartet deutlich mit 3:0 und beendete damit eine jahrelang währende Negativserie. Jedoch ist seit dem viel Wasser die Gera heruntergeflossen. Danach fielen Erfurts Damen in ein Leistungstief und verloren neun Spiele am Stück. Im neuen Jahr arbeiteten sie sich gegen starke Kontrahenten wie Vilsbiburg, Aachen, Münster, Dresden und Schwerin stetig heraus. Zwar reichte das nur zu einzelnen Satzgewinnen, doch gegen Suhl sollen endlich wieder Punkte eingefahren werden, um in Kürze vom Abstiegsplatz herunterzukommen. Die im Hinspiel einen gebrauchten Tag erwischenden Suhlerinnen, waren seit dem wesentlich erfolgreicher. Mit 20 Punkten und 7 Siegen aus 14 Spielen liegen sie als Siebenter auf Play-off-Kurs. Aus den letzten vier Spielen holten sie beachtliche 10 Punkte und boten am Mittwoch in einem starken, zweieinhalbstündigen Fünf-Satz-Match dem USC Münster einen Kampf auf Augenhöhe, den sie äußerst knapp mit 2:3 (18:20 im Tiebreak) verloren. Die Euphorie im südthüringischen Suhl ist weiter ungebrochen, wie Suhls Geschäftsstellenleiter Jens Ellmrich in der Pressekonferenz zu berichten wusste.

Zum heiß erwarteten Thüringenderby muss Jonas Kronseder definitiv auf Mittelblockerin Sabrina Krause verzichten, deren Fußverletzung sich als Stressfraktur herausstellte. Derweil hofft er, dass Wivian Gadelha von den Physiotherapeuten wieder fit gemacht werden kann. Die Brasilianerin musste in Schwerin wegen einer Rückenblockade passen. Beim VfB Suhl steht hinter dem Einsatz von Libera Rene Sain, die im Münsterspiel wegen einer Knieverletzung verletzt vom Spielfeld musste, ein Fragezeichen.

Der Beitrag Erneut Derbyzeit erschien zuerst auf Schwarz-Weiß-Erfurt.



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