Kinderhaut ist noch nicht vollständig entwickelt und reagiert empfindlicher auf UV-Strahlung als die Haut von Erwachsenen. UV-Schäden können bereits entstehen, bevor ein Sonnenbrand sichtbar wird. Da sich die Haut im Wachstum schnell erneuert, können solche Schäden langfristig das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Daher gilt: Die Haut vergisst nichts.
So kann Kinderhaut geschützt werden
Ein wirksamer Sonnenschutz besteht aus mehreren Bausteinen:
- Schatten aufsuchen und die intensive Mittagssonne (11:00 bis 15:00 Uhr) meiden
- Säuglinge nicht der direkten Sonne aussetzen
- UV-Kleidung, Sonnenhut und Sonnenbrille mit UV-Filter tragen
- Sonnenschutzmittel mit UV-A- und UV-B-Schutz sowie mindestens LSF 30, besser LSF 50+, verwenden
- 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien eincremen und alle zwei Stunden sowie nach dem Baden nachcremen
- Ausreichend Creme verwenden: Erwachsene benötigen etwa drei Esslöffel für den ganzen Körper, Kinder je nach Größe etwa ein bis drei Esslöffel
- Der UV-Index hilft bei der Tagesplanung: Ab UV-Index 3 wird Sonnenschutz empfohlen, ab 8 ist er unverzichtbar
- Einige Arzneimittel, Kosmetika und Pflanzen können die Haut sonnenempfindlicher machen – bei Bedarf kinderärztlichen Rat einholen
- Geöffnete Sonnencremes sind in der Regel zwölf Monate haltbar (Symbol „12M“)
- Sonnenschutz beginnt bei den Eltern: Kinder lernen am besten durch Vorbilder.
Warum ist der UV-Index wichtig?
Der UV-Index gibt Auskunft darüber, wie stark die UV-Strahlung an einem bestimmten Tag ist. Er dient als Orientierungshilfe für geeignete Schutzmaßnahmen und wird auf einer Skala von 1 (geringe Belastung) bis 11+ (extreme Belastung) angegeben. Die aktuellen Werte können beispielsweise über Wetter-Apps am Wohn- oder Urlaubsort eingesehen werden.
Welche Sonnencremes gibt es?
Sonnenschutzmittel enthalten UV-Filter. Man unterscheidet:
- Chemische Filter (z. B. Octocrylen), die UV-Strahlung aufnehmen und in Wärme umwandeln
- Physikalische Filter (z. B. Zinkoxid oder Titandioxid), die UV-Strahlung reflektieren, streuen und absorbieren. Sie hinterlassen häufig einen weißen Schutzfilm auf der Haut
- Oft werden beide Filterarten kombiniert, um einen umfassenden UV-Schutz zu erreichen.
Wie sicher sind Sonnencremes?
Sonnenschutzmittel werden in der EU umfassend auf ihre Sicherheit geprüft. Für alle Inhaltsstoffe und Produkte müssen Sicherheitsbewertungen vorliegen. Einige UV-Filter, etwa Octocrylen oder Titandioxid-Nanopartikel, werden öffentlich diskutiert. Nach aktueller Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass die zugelassenen Mengen gesundheitsschädlich sind.
Wer Inhaltsstoffe genauer prüfen möchte, kann Verbraucher-Apps wie „Tox Fox“ nutzen. Die dortigen Bewertungen ersetzen jedoch nicht die wissenschaftlichen Sicherheitsbewertungen von BfR und europäischen Expertengremien. UV-Filter werden fortlaufend wissenschaftlich überwacht und regelmäßig neu bewertet.
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Fazit
Kinderhaut ist besonders empfindlich und deshalb schutzbedürftig. Konsequenter Sonnenschutz schützt vor akuten und langfristigen UV-Schäden. Wer Schutzmaßnahmen selbstverständlich in den Familienalltag integriert, legt den Grundstein für ein gesundes Hautverhalten – ein Leben lang.
Alle Informationen zum richtigen Verhalten bei Hitze gibt es auf dem Hitze-Portal der Stadtverwaltung unter www.erfurt.de/hitze.
