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Am Samstag, 18 Uhr, kommt es in der Erfurter Riethsporthalle zum mitteldeutschen Derby. Die Damen aus Thüringens Landeshauptstadt empfangen ihr Pendant aus Sachsen, den Dresdner SC.

Als Schlusslicht zum Vierten (Vilsbiburg) zum sportlichen Vergleich zu fahren, ist schon hart. Wenige Tage später gegen den Dritten und Rekordmeister (Schwerin) anzutreten, ist härter. Doch es geht wohl noch härter. Nämlich, wenn man den Tabellenführer empfängt, der seit zehn Punktspielen ungeschlagen ist. Auch die sportliche Zwischenbilanz der beiden Kontrahenten fällt höchst unterschiedlich aus. Während Dresden erst zwei Niederlagen kassierte, konnten die Erfurterinnen erst zwei Mal gewinnen. Außerdem gaben die DSC-Damen bei ihren zehn Siegen in Serie nur zwei Mal einen Satz ab und fuhren 30 Punkte ein. Schwarz-Weiß und den DSC trennen zurzeit Welten im sportlichen Leistungsvermögen, aber auch abseits des Spielfeldes ist man in Elbflorenz den Thüringerinnen um einiges voraus.

Doch Bange machen gilt nicht für die Mannschaft von Trainer Gil Ferrer Cutino. Genauso wie in den letzten beiden Partien, können die SWE-Damen auch am Samstag ungehemmt aufspielen, weil sie eigentlich nichts zu verlieren haben. Zuletzt war eine deutliche Steigerung erkennbar und um ein Haar hätte man dem SSC Palmberg Schwerin zumindest einen Punkt abgeknöpft, wenn der kampfstarke SWE-Sechser seine 21:17-Führung im vierten Satz durchgebracht hätte. Fundament des Mut machenden Auftritts am Mittwoch, war eine stabile Annahme mit 46 % guter Annahmen und nur drei Fehlern überhaupt. Somit konnten die Zuspielerinnen Madelyn Cole und Meghan Barthel ein variables Angriffsspiel aufziehen, was sich auch in der Angriffseffizienz bemerkbar machte.

Apropos Meghan Barthel: Die Neu-Erfurterin ist neben Michelle Petter und Rica Maase eine von drei Spielerinnen im Schwarz-Weiß-Dress, die ihre sportliche Ausbildung am Bundesstützpunkt in Dresden genossen hat. Auf der anderen Seite stehen ebenfalls vier Eigengewächse im DSC-Kader von Alexander Waibl, der aber zusätzlich noch viele – auch international erfahrene – starke Spielerinnen vom Kaliber Lenka Dürr, Lena Stigrot und Camilla Weitzel aufzubieten hat. Mit dem US-Trio Madeleine Gates, Jenna Gray und Morgan Hentz vom mehrfachen College-Meister Stanford sowie der Schweizer Volleyballerin des Jahres Maja Storck, sind den DSC-Verantwortlichen außerdem beachtliche Transfercoups vor Saisonbeginn geglückt.

Es wird also interessant, wie knapp der Underdog das Spiel gegen den haushohen Favoriten gestalten kann. Mit einer Wiederholung der Leistung vom Mittwoch sollte auch gegen den Primus was möglich sein. Das Spiel gibt es im kommentierten Livestream auf sporttotal.tv zu sehen.
StS, Fotos: Sebastian Schmidt

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