Rekordmeister zu Gast | Schwarz-Weiß-Erfurt


Mit der Partie Schwarz-Weiß-Erfurt-Volleyteam vs. SSC Palmberg Schwerin wird der 13. Spieltag der Volleyball Bundesliga eröffnet. Der Spielbeginn ist mit 17 Uhr eine Stunde früher als gewohnt.

Nach sechs Wochen Heimspielabstinenz freuen sich die Schwarz-Weiß-Erfurt-Damen, wieder vor heimischer Kulisse antreten zu können. Gründe der Vorfreude gibt es mehrere. Zum einen ist die Erinnerung an das letzte Heimspiel sehr positiv, weil es mit dem spektakulären und zugleich überraschenden 3:2-Sieg gegen Aachen den ersten und bisher einzigen Sieg der laufenden Saison gab. Außerdem lieferten die Thüringerinnen am vergangenen Samstag in Vilsbiburg in den ersten drei Sätzen eine beachtenswerte Leistung ab. Einziger Makel war der mögliche, aber leider knapp verpasste Punktgewinn. Dennoch konnten sie aus Niederbayern mitnehmen, dass sie einem Favoriten lange auf Augenhöhe begegnet sind, was auch die Raben-Fans erstaunt zur Kenntnis nehmen mussten.

Der Anstieg der Form hat zwei Gründe. Nach dem Jahreswechsel hatte das Trainerduo Völker/Schneider drei Wochen Zeit, um mit kontinuierlicher Trainingsarbeit einiges zu verbessern. Und dann ist da noch die neue Diagonalspielerin Barbara Dapic. Mit ihrer Verpflichtung zeigte sich schon in Vilsbiburg, dass auf der bisher wenig erfolgreichen Position zwei Zug ins Erfurter Angriffsspiel gekommen ist. Das entlastet gleichzeitig die Außenangreiferinnen und verleiht dem Erfurter Spiel mehr Variabilität. Darauf lässt sich aufbauen und am Samstag soll daran angeknüpft werden.

Bei allem Optimismus darf allerdings nicht vergessen werden, dass am Samstag ein noch schärferes Kaliber in der Riethsporthalle zu Gast ist. Der deutsche Rekordmeister und aktuelle Spitzenreiter, SSC Palmberg Schwerin, kommt mit einer Serie von zehn Siegen in Serie in den Erfurter Norden. Lediglich am ersten Spieltag gab es eine 2:3-Niederlage gegen Aachen. Die Rollen der beiden Protagonisten vom Samstag sind damit klar verteilt. Dennoch scheint nichts unmöglich. Im Vorjahr unterlag das SWE-Volleyteam nach einer bravourösen Vorstellung erst mit 13:15 im Tiebreak. Im Hinspiel standen die Völker-Damen bei einem 1:1-Satzstand und 17:12-Führung kurz vor einem Punktgewinn. Erst eine lautstark verlaufene Auszeit und eine anschließende Aufschlagserie von Kimberly Drewniok brachten die Schwerinerinnen wieder auf Kurs und die SWE-Damen um den Lohn einer couragierten Leistung.

Wohlwissend, dass seine Mannschaft in dieser Saison schon einige Male knapp dran war zu punkten und somit Punkte liegen gelassen hat, geht Florian Völker trotzdem optimistisch in die nächsten Partien und denkt dabei von Spiel zu Spiel. Die Stimmung im Team ist ausgezeichnet, wie die verletzte Paula Reinisch am Spielfeldrand bestätigte, und auch am Trainingseifer gibt es nichts zu kritisieren. Einen Schwerpunkt in den Einheiten setzt Florian Völker auf die Verteidigung „leichter Bälle“ und daraus Kapital zu schlagen. Nur mit mehr Effektivität darin, habe seine Mannschaft überhaupt eine Chance gegen Mannschaften wie eben Schwerin, gab er seinen Spielerinnen mit auf den Weg.

Abzuwarten bleibt aber auch, in welcher Formation der SSC auflaufen wird. In Zeiten englischer Wochen heißt es auch, die Belastungen der Spielerinnen zu verteilen. Am Mittwoch waren die Mecklenburgerinnen ins finnische Hämeelinnen zum CEV-Cupspiel (3:1-Sieg) gereist und nach Erfurt ist vor Vilsbiburg, wohin Schwerin am kommenden Mittwoch reisen wird. Eine personelle Rotation kann sich der aktuelle Tabellenführer allerdings auch gut leisten. Alle Positionen sind mindestens doppelt und mit zahlreichen Nationalspielerinnen voller internationaler Klasse und Qualität stark besetzt. Dem will und wird Schwarz-Weiß alles entgegensetzen, was es zu bieten hat. Sollte sich dann eine Tür öffnen, würden sie gerne hindurch gehen, um es mal mit einer Lieblingsfloskel von Florian Völker zu sagen. (StS, Fotos: Sebastian Schmidt)



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