Start in die englischen Wochen vollzogen

Mit dem Pokalspiel gegen Ibbenbüren begann für den Thüringer HC eine Phase mit einer enormen Wettkampfdichte. Am Freitag begeben sich die Müller-Damen auf die Reise nach Larvik um trotz des aktuellen Handicaps mit einem Erfolg gegen die starke norwegische Mannschaft erfolgreich in die Gruppenphase zu starten.

Herbert Müller stellte sich wieder wie gewohnt den Fragen der Medienvertreter:

Der Rückblick:

„Am Feiertag stand nicht so sehr das gewonnene Pokalspiel im Fokus, vielmehr ist die ganze Mannschaft betroffen und ich möchte sagen, geschockt, ob der sehr schweren Verletzung Anne Hubingers, die sie sich im Abschlusstraining bei der Nationalmannschaft in der Türkei zugezogen hat. Anne ist für uns so eine enorm wichtige Spielerin, dass durch ihren Ausfall das ganze Konzept unserer Mannschaft erst einmal über den Haufen geworfen wird. Anne ist für mich so eine unglaublich tolle positive Überraschung, sie bringt so viel Professionelles in die Mannschaft, ist leistungsorientiert, fleißig im Training, sie ist nicht zu ersetzen. Sie wurde zeitgleich als die Mannschaft in Ibbenbüren das Pokalspiel bestritt in der Münchener Sportklinik operiert. Sie hat eine ganz schwere Verletzung: Bruch des Mittelfußes, alle Bänder sind gerissen und am Fersenbein gibt es Absplitterungen. Sie muss nun erst einmal gesund werden, bevor wir überhaupt an Handball denken können. Das wird mindestens ein halbes Jahr dauern, schätzen die Ärzte ein. Wir stehen zu hundert Prozent hinter Anne und geben ihr alle Zeit der Welt, damit sie erst einmal wieder gesund wird. An dieser Stelle möchte ich der Mannschaftsärztin des DHB-Teams, dem Cheftrainer Michael Biegler, allen Betreuern und Helfern, besonders auch den türkischen Offiziellen und dem Team im Krankenhaus großen Dank aussprechen. Alle haben unglaublich hilfsbereit und engagiert geholfen, um Anne Hubinger zu betreuen und notwendigen ärztlichen Beistand zu leisten. Anne hat das unter unsagbaren Schmerzen ganz tapfer getragen.”

Die Situation:
Mit dem Spiel am Dienstag begannen nun die stressigen Wochen mit Mittwoch- und Samstagsspielen, die sich durch die Einarbeitung der Champions League Termine ergeben. Unsere Mannschaft ist beim westfälischen Oberligisten Ibbenbürener Spvg 08 sportlich und menschlich sehr gut angekommen, hat die Aufgabe spielerisch souverän gelöst, und hat sich auch nach dem Spiel den Autogrammwünschen des Publikums gestellt. Wir freuen uns jetzt so sehr auf die Champions League, auch wenn wir natürlich mit unseren Gedanken noch bei Anne Hubinger sind. Ihre Verletzung wirft uns sportlich erst einmal zurück. Trotzdem wollen wir die Spiele gegen Larvik für uns entscheiden, um so in die Hauptrunde der Champions League einzuziehen. Das heißt für die gesamte Mannschaft, noch enger zusammenzurücken, so wie wir das in schwierigen Situationen schon immer gemeistert haben. Auch wenn wir uns nach einer Spielerin als Ergänzung umsehen, um die Spielposition im rechten Rückraum mit einer Linkshänderin zu besetzen, die Aufgabe ohne Anne wird ungleich schwieriger. Trotzdem geht durch das gesamte Team so ein „jetzt erst recht – Ruck“.

Der Gegner:
Larvik ist definitiv in unserer Gruppe der schwächste Gegner. Den norwegischen Spitzenklub, der in den letzten Jahren immer gut für das FINAL4 war und 2010/11 die Champions League gewonnen hat, noch zweimal im Finale stand, haben zahlreiche Spitzenspieler verlassen. Die Mannschaft ist mit guten jungen norwegischen Handballerinnen besetzt, hat in ihren Reihen eine schwedische Nationalspielerin und zwei talentierte junge Brasilianerinnen. In ihrer eigenen Halle sind sie uns sicher ebenbürtig. Unter diesen Bedingungen, ohne Anne Hubinger, müssen wir sehen, wozu wir dort in der Lage sind. Wie schon gesagt: “Im Gesamtresultat beider Spiele wollen wir uns durchsetzen.“

Die personelle Situation:
Personell gibt es erste Lichtblicke bei Anika Niederwieser, die voll ins Training eingestiegen ist. Sie wird hoffentlich bald zurückkommen. Die Schulterverletzung bei Macarena Aguilar braucht bestimmt noch zwei weitere Wochen Zeit. Auch Nina Schilk ist noch nicht einsatzfähig.

Der Ausblick:
Dann geht es am Mittwoch weiter in der Bundesliga mit einem Auswärtsspiel bei der spielstarken Mannschaft von Blomberg-Lippe. Die haben schon in der Vorbereitung mit dem Gewinn des sehr gut besetzten Wunderhorn-Turniers gezeigt, wozu sie fähig sind. Das wird eine ernsthafte sportliche Herausforderung. Aber klar doch, wir wollen unsere weiße Weste auch dort verteidigen.

In den Medien:
Das Spiel wird im Livestream des ehf-tv übertragen. Wie gewohnt kann man den aktuellen Stand auch im Liveticker des MDR/THC verfolgen.

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Weitere Informationen unter:
http://www.thueringer-hc.de
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