Weiter gehts auf internationalem Parkett

Es gab in der schnellen Partie lange Einsatzzeiten für Jungnationalspielerin Shenia Minewskaja, die wie Mie Augustesen acht Treffer zum Erfolg beisteuern konnte. Für die Gäste traf Patricia Elorza Eguiara ebenfalls acht Mal.

Nichts wollte Herbert Müller dem Zufall überlassen. 18 Tore aus dem Hinspiel sind zwar ein sicheres Polster, aber keines auf dem man sich ausruhen sollte. Den Beweis trat Dinamo Volgograd gegen unserer nächsten Gegner Hypo NÖ an. Hypo kam nur knapp, mit drei Toren Vorsprung aus dem Auswärtsspiel, weiter. Im Vorfeld war man sich sicher, dass heute eine spanische Mannschaft auflaufen wird, die ihre Hausaufgaben gemacht hat.

Der THC begann erstmalig mit Katarina Tomasevic und Shenia Minevskaja, die sich gleich beide in der Startphase auszeichnen konnten. Shenia setzte einen Fernwurf gegen die Hand ins spanische Netz und Katarina lenkte mit der linken Hand den ersten Gästestrafwurf an den Pfosten. Nach fünf Spielminuten führte der Thüringer HC mit 3:1. Es lief noch nicht alles rund im Angriff der Thüringerinnen und die Gäste konnten vor allem durch die quirlige Nitsan Dunajy die Partie offen halten. Die THC-Abwehr provozierte mehrfach Angreiferfouls und Mie Augustesen, die heute für die an Grippe erkranke Sonja Frey in der Startformation stand, konnte durch zwei blitzschnelle Konter die Führung auf 6:3 ausbauen.

Doch Fehler im Abschluss der Gastgeberinnen ließen die Gäste in der 14.Minute wieder auf 8:6 verkürzen, was zur ersten Thüringer Auszeit führte. Nadja Nadgornaja konnte mit ihrem zweiten Fernwurftreffer die Führung konstant halten. Ohne ihre Spielmacherin Kerstin Wohlbold taten sich die Thüringerinnen bei den Ballpassagen etwas schwer. Das Experiment mit wechselseitig Nadja Nadgornaja und Shenia Minevskaja auf der Rückraummitte hatte der Trainer angekündigt und auch zehn Minuten mit Katrin Engel auf Rückraum rechts praktiziert.

Beim Spielstand von 12:8 kehrte Kerstin Wohlbold zurück und der Druck auf die Abwehr nahm wieder zu. Katarina Tomasevic hielt einen Strafwurf von Ziarsolo Aretioaurtena und im Gegenzug netzte Mie Augustesen zum 15:11 ein. Einige Ungenauigkeiten wurden in der Folge von den Spanierinnen bestraft – vor allem die torgefährliche Elisbeth Pinedo ging auf die Lücken und sorgte mit dafür, dass es mit einem aus Sicht der Gäste erfreulichen 14:18 Rückstand in die Halbzeitpause ging.

Nach der Pause drehten die Thüringerinnen auf und legten auf 21:14 vor. Ins Tor des THC kam Dina Eckerle und sorgte mit schnellen Pässen für eine weitere Tempoverschärfung. Vor allem Mie Augustesen konnte mit schnellen Kontern und tollen Hebern gefallen. Ihr und Shenia Minevskaja war die Spielfreude über die längeren Einsatzzeiten deutlich anzumerken. In der 40. Spielminute war erstmalig die Zehn-Tore-Differenz erreicht – Nadja Nadgornaja zirkelte den Ball zum 27:17 in die lange Ecke. In Anbetracht der sicheren Führung schlichen sich nun Fehler in den THC-Angriff ein und Herbert Müller legte beim Stand von 27:20 erneut die grüne Karte. Zum zweiten Mal mit “zehn vor”, legte Shenia Minevskaja mit einem schönen Sprungwurf und passte dann im nächsten Angriff gleich noch für Anja Althaus vor, die sich mit dem 31:20 (50.Min) bedankte.

Beim 35:23 (55.Min) durch Lydia Jakubisova nahmen die Gäste ihr Team-Time-Out, wohl auch um noch einmal durchzuatmen, die schnelle Partie hatte Tribut gefordert. In den letzten Minuten gab es viel Applaus von den Rängen – mit Standing Ovations feierten 1368 Handballbegeisterte den Einzug “ihrer” Mannschaft ins Halbfinale des Cup Winners Cups wo es am 7.April an gleicher Stelle gegen das Team von Hypo NÖ Wien zu bestehen gilt. Das Endergebnis von 38:26 war letztlich nur noch für die Statistik wichtig.

Stimmen

Martin Larranaga (Trainer Bera Bera): Wir haben gesehen, dass der Thüringer HC eine sehr starke Mannschaft hat und wir haben gern gegen sie gespielt. Wir wünschen dem THC viel Erfolg für das Halbfinale.

Herbert Müller (Trainer THC):
Ich bedanke mich bei allen Zuschauern, die trotz des klaren Hinspielresultats heute hier in die Halle gekommen sind. Das ist für mich unglaublich wichtig. Ich freue mich, dass vor allem Shenia und Dinah ihre Einsatzchancen bravourös genutzt haben. Nun werden wir alles tun, um gegen den achtfachen Champions League Sieger Hypo NÖ Wien zu bestehen.

Statistik:

Thüringer HC: Dinah Eckerle, Maike März, Katarina Tomasevic; Nadja Nadgornaja (6), Shenia Minevskaja (8), Danick Snelder (4), Mie Augustesen (8), Katrin Engel (2), Anja Althaus (3), Lydia Jakubisova (6), Kerstin Wohlbold (1).

Balonmano Bera Bera: Darly Zoqbi de Paula, Yamiley Rodriguez Cubas; Eider Rubio Ponce (2), Nagore Arizaga Iribarren, Alba Menendez Martinez (4), Nitsan Dunay (1), Patricia Eloraza Eguiara (8), Libe Altuna Odriozola, Elisabeth Pinedo Saenz (4), Ziarsolo Areitioaurtena (5), Adriana Cardoso de Castro, Maria Nunez Nistral, Silvia Ederra Urra (2).

Strafwürfe: 1/1 – 6/3.

Zeitstrafen: 1 – 3.

Zuschauer: 1368.

Schiedsrichter: Vasile Pavel/Eugen-Marian State (ROU).

EHF-Delegierter: Jean-Pierre Simon (LUX).