Zwei Härtetest gegen den französischen Meister absolviert

Innerhalb von 24 Std. stand das THC-Bundesligateam gleich zweimal der Mannschaft des französischen Meisters gegenüber. Beide Male zeigte sich, dass das neu zusammengesetzte Team des deutschen Meisters vor allem noch Reserven im mannschaftlichen Zusammenspiel hat.

Französischer Meister in Sömmerda siegreich 

Im ersten Vergleich mit dem französischen Champions League Teilnehmer Metz Handball unterlag der Thüringer HC beim “1. Sömmerdaer Tag des Handballs” mit 28:34 (12:14). Am Sonntag gibt es dann in der Heimhalle des THC um 15 Uhr das zweite Aufeinandertreffen.

Mit den heutigen Gästen reiste auch eine “alte” Bekannte an. Manon Houette spielt inzwischen in der zweiten Saison beim Gegner aus Metz. Die Unstruthalle war zum “1. Sömmerdaer Tag des Handballs” gut gefüllt und die 600 Zuschauer erwarteten mit großer Freude und Spannung das Topspiel des Tages.

Gleich den ersten Angriff der Gäste entschärfte Ann-Cathrin Giegerich mit einer tollen Parade. Die Torfrau des Thüringer HC zeigte sich besonders in der Anfangsphase hellwach und konnte einige Würfe der französischen Gäste parieren. Das erste Tor der Partie erzielt Lydia Jakubisova in der 2. Minute für die Gastgeberinnen. Im Angriff agierte der Thüringer Handball Club sehr nervös und mit vielen technischen Fehlern. In der 7. Minute erhöht Grâce Zaadi zum 1:3 für das Gästeteam. Herbert Müller bat seine Damen bereits in der 9. Minute zum dringend notwendigen Gespräch, da es sichtbar zu viele Nachlässigkeiten gab.

Emily Bölk erzielte zwei Minuten später das zweite Tor für den Thüringer Handball Club. Ann-Cathrin Giegerich parierte  zwischenzeitlich den zweiten Strafwurf der Gäste und Alicia Stolle verkürzte auf 3:8. Gästetrainer Emmanuel Mayonnade nahm in der 17. Minute seine erste Auszeit. Beim THC wechselte Herbert Müller munter durch und testete einige Aufstellungsvarianten. Metz Handball setzt seine Außen- und Kreisspielerinnen immer wieder erfolgreich in Szene und erhöhte so bis zur 21. Minute auf 5:11. Die Abwehr des deutschen Meisters zeigt sich kurz vor der Pause weitgehend stabil, nur im Angriff fehlte nach wie vor die Konzentration. Alexandra Mazzucco verkürzte zum 7:11 und im Gegenzug traf Beatrice Edwige. In der letzten Minute vor dem Halbzeitpfiff konnten die Thüringerinnen auf zwei Tore verkürzen, mit 12:14 ging es in die Kabinen.

Zum Auftakt in die zweite Halbzeit nahm sich Emily Bölk den ersten Wurf für den Thüringer Handball Club und verkürzte zum 13:15. Der Schlagabtausch wurde nun deutlich offener. Auch zu Beginn der zweiten Spielhälfte zeigte sich Ann-Cathrin Giegerich voll konzentriert und zeigte erneut tolle Paraden. Gleich mehrfach fing sie den Ball ab und leitete den Gegenstoß ein. Iveta Luzumova scheiterte in der 35. Minute mit einem Strafwurf. Nach 42 gespielten Minuten bediente Emily Bölk sehenswert Meike Schmelzer am Kreis, die zum 18:19 einnetzte. 15 Minuten vor Ende holte Herbert Müller seine Damen zum zweiten Gespräch an die Seitenlinie. Kristy Zimmerman hütete nun das Tor des Thüringer HC und zeigte gleich ihre erste Parade. Im Angriff des THC lief es deutlich besser und bei Metz gab es  in dieser Phase des Spiels nun auch technische Unzulänglichkeiten und Ballverluste. Emily Bölk, die zum Strafwurf antrat, verkürzte auf 24:26. Beide Trainer nutzten nochmals die Möglichkeit zum Team Time out. Mit einem gerechten 28:34 endete das erste Testspiel gegen Metz Handball.

Beste Werferin für den Thüringer HC war Emily Bölk mit zehn Toren. Für Metz Handball netzten Grâce Zaadi und Marion Maubon je sechsmal ins gegnerische Tor ein.

 

Kein Rezept gegen “Metz-Beton” gefunden

Der zweite Vergleich innerhalb von 24 Stunden endete mit einem klaren 27:20 (17:9) Erfolg für den französischen Meister Metz Handball. Der deutsche Meister hatte lange Zeit große Probleme, die mit mehreren Weltmeisterinnen bestbesetzte Gästeabwehr auszuspielen. Der hochkarätige Gegner zeigte vor allem noch vorhandene Schwächen im Zusammenspiel des THC-Angriffs auf.

In der mit über 450 Zuschauern gut gefüllten Salzahalle kam es innerhalb von 24 Stunden zum erneuten Aufeinandertreffen zwischen dem Thüringer Handball Club und dem französischen Meister Metz Handball. Im heutigen Spiel wollte sich der THC vor eigenem Publikum für die gestrige Niederlage revanchieren. Den ersten Treffer der Partie markierte für die Gäste Xenia Smits, danach vernagelte erst einmal Kristy Zimmerman ihr Gehäuse. Iveta Luzumova erzielte danach den ersten Treffer für den Thüringer Handball Club, jedoch konnte der französische Meister aufgrund von mehreren technischen Fehlern der Gastgeberinnen auf 1:5 in der siebten Minute davonziehen, was Herbert Müller zur ersten Auszeit zwang.

Auch danach besserte sich das Angriffsspiel des Thüringer Handball Clubs nicht, einzig Kristy Zimmerman verhinderte, dass der Gast weiter davon zog. Nach elf Minuten hatte der Trainer des THC erneuten Redebedarf und legte die Auszeitkarte. Nach 15 Minuten war der Gast jedoch bereits auf 3:11 davon gezogen, weil es den THC-Spilerinnen nicht gelang, eine Lücke in der leichtfüßig arbeitenden Gästeabwehr zu finden und der Erfolgmeit durch leicht erkennbare Einzelaktionen gesucht wurde. Doch der THC gab sich noch nicht geschlagen und kam in der 20. Minute durch einen Tempogegenstoß von Lydia Jakubisova zum 7:13 jetzt besser ins Spiel. Daraufhin nahm der französische Trainer Emmanuelle Mayonnade seine erste Auszeit. In der 25. Minute(7:15) verhinderte Ann-Cathrin Giegerich durch einen gehaltenen Strafwurf, dass der Gast weiter davon zog. Das mit fünf Weltmeisterinnen besetzte Star-Team zeigte sich davon jedoch nicht beeindruckt und ging mit einer 17:9-Führung in die Halbzeitpause.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit nahm die Partie Tempo auf, der THC traf nun auch mehrfach aus dem Rückraum – der französische Meister fand die Antwort nun über das Spiel zum Kreis. Beim Stand von 12:19 in der 36.Minute nahm Gästetrainer Emanuelle Mayonnade seine zweite Auszeit um die Abwehr neu zu ordnen. In der 37.Minute hielt Ann-Cathrin Giegerich ihren zweiten Strafwurf. Die starke Weltklasseabwehr der Französinnen ließ bis zur 40.Minute (12:20) keinen Treffer mehr zu und die Gastgeberinnen fanden kein Mittel, um den Ball einzunetzen. In der 50.Minute(17:23) verwandelte Iveta Luzumova in Unterzahl einen Strafwurf, auf der Gegenseite konnte sich Ann-Cathrin Giegerich mit dem dritten gehaltenen Siebenmeter auszeichnen. Fünf Minuten vor dem Spielende zeigte auch die deutsche Nationalspielerin auf Seiten der Gäste, Xenia Smits, ihre Stärke und netzte aus dem Rückraum unhaltbar zum 26:18 aus Gästesicht ein. In den letzten Minuten merkte man beiden Mannschaften an, dass die Kraft nachließen und man auf den Schlusspfiff wartete. Nach 60 Minuten hatte das schon sehr gut eingespielte Team des französischen Meisters den zweiten Vergleich klar mit 27:20 zu seinen Gunsten entschieden.

Beste Torschützinnen

THC:  Iveta Luzumova 8
Metz: Laura Flippes 6

Bericht:  Martin Holzheier