Der deutsche Fußball ist im Wandel begriffen. Die Rede ist allerdings nicht von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, sondern von der Deutschen Fußball-Bundesliga. Ein neues Team ist „in der Stadt“ und es wird nicht weggehen, bevor es sein Ziel erreicht hat. 

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Wer bezahlt das Getränk?

Es geht um viel für RB Leipzig. Schließlich will das Team seinem Eigentümer, dem österreichischen Milliardär Dietrich Mateschitz keine Schande machen. Der setzt voll auf seine Spieler und hat mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß eine folgenschwere Wette abgeschlossen. Dabei geht es darum, ob es RB Leipzig schafft, innerhalb der nächsten drei Jahre, Deutscher Meister zu werden. Der Einsatz ist gewaltig. Der Verlierer der Wette muss dem Gewinner ein Glas Bier bezahlen. Wo das Erzeugnis deutscher Braukunst zu sich genommen wird, steht noch nicht fest. Doch an Möglichkeiten sollte es da nicht mangeln. Schließlich kann man nicht nur in Bayern, sondern auch in Städten wie Erfurt ein gutes Glas Bier genießen. Die Chancen auf einen Sieg von Dietrich Mateschitz sind intakt. Schließlich steckt der Konkurrenz immer noch der Auftritt der Mannschaft in der Debut-Saison in den Knochen. In der Saison 2016/2017 schaffte das Team aus dem Stand Platz zwei in der Liga und sorgte damit für Verblüffung unter den etablierten Teams. Die Buchmacher zählen RB Leipzig auf jeden Fall zum erweiterten Favoritenkreis. RB Leipzig hat bei den Betway Bundesliga Wetten eine Quote von 15,0 (Stand 23.7.) auf den Gewinn des Titels in der Saison 2019/2020. Damit liegt das Team von Julian Nagelsmann auf Platz drei in der Liste der Meisterkandidaten, hinter Bayern München und Borussia Dortmund.

Drittbester zu sein ist nicht genug

Während wenige Wochen vor dem Start der Fußball-Bundesliga-Saison 2019/2020 alle Augen auf das neuerlich zu erwartende Duell zwischen Bayern München und Borussia Dortmund gerichtet sind, bereitet sich der Verein RB Leipzig darauf vor, seine Position als dritte große Kraft auszubauen. Die ehrgeizigen Ziele kommen nicht von ungefähr und sind keineswegs überzogen. Der kometenhafte Aufstieg der mittlerweile besten Mannschaft aus Ostdeutschland gibt den Methoden recht. Das sehen nicht alle in Fußball-Deutschland so, ganz im Gegenteil. RB Leipzig hatte von Beginn an schwer in der öffentlichen Diskussion zu kämpfen. Neid, Missgunst und heftiger Gegenwind blies dem „Retortenteam“ von Beginn an ins Gesicht. Dabei hatte alles so schön begonnen. 

Kometenhafter Aufstieg

Gegründet vor zehn Jahren, klappte die ursprünglich geplante Übernahme eines etablierten Vereins nicht. So entschloss sich Red Bull, einen neuen Verein zu gründen und den mühsamen Weg durch die deutschen Ligen anzutreten. RB Leipzig sah sich von Beginn an massiver Kritik ausgesetzt, sogar der Name musste geändert werden, aus Red Bull wurde RasenBallsport (kurz RB). Davon ließ man sich aber nicht beeindrucken, alle Kräfte konzentrierten sich auf die sportlichen Ziele. Diese wurden dann auch tatsächlich in Rekordzeit erreicht. In nur sieben Jahren rollte der „Retortenklub“ das Feld von hinten auf und erreichte die höchste deutsche Spielklasse. Fußballer wie der Erfurter Carsten Kammlott waren am Erfolg maßgeblich beteiligt. Der Empfang in der Deutschen Fußball-Bundesliga war allerdings alles andere als freundlich. Doch wozu die Mannschaft fähig ist, bewies sie bereits in der ersten Saison. Trainer Ralph Hasenhüttl machte das Team zum Vizemeister hinter Bayern München. Nach Platz sechs im Vorjahr wurde RB Leipzig in seiner dritten Saison Dritter und qualifizierte sich damit bereits zum zweiten Mal für die UEFA Champions League. 

Konsequenter Aufbau von Talenten

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor von RB Leipzig ist sicherlich der konsequente Aufbau von Talenten und der sorgsame Umgang mit Geld. Die Mannschaft von FC Red Bull Salzburg fungiert seit Jahren als Talentschmiede und versorgt das „Mutterschiff“ regelmäßig mit Spielern. Das passt ins Konzept, schließlich setzt man in Leipzig konsequent auf junge Spieler. Damit verbunden war auch eine Gehaltsobergrenze. Diese wurde allerdings schrittweise angehoben, mittlerweile befinden sich die Gehälter auf dem oberen Niveau der Deutschen Fußball-Bundesliga. Bisher hat der Verein 33 Millionen Euro für Verstärkungen in der nächsten Saison ausgegeben, weitere sollen demnächst folgen. Der neue Trainer in die roten Bullen, Julian Nagelsmann, brennt vor Ehrgeiz und sieht seine Chance gekommen. Das Publikum in der Red Bull Arena, die als größtes Stadion im Osten eine begehrte Konzert-Location geworden ist, wird voll hinter ihm stehen. 

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Wann kommt die Meisterschale nach Leipzig?

Dietrich Mateschitz hat in der Vergangenheit seinen unbedingten Willen zum Erfolg hinlänglich bewiesen. Das Ergebnis seiner Bemühungen kann man nicht nur bei seinem Unternehmen Red Bull, sondern auch bei seinen Engagements in der Sportwelt ablesen. Sebastian Vettel wurde in seinem Wagen Formel-1-Weltmeister, Felix Baumgartner sprang aus der Stratosphäre zur Erde und Red Bull Salzburg dominiert seit vielen Jahren die Österreichische Fußball-Bundesliga nach Belieben. Was konsequentes Handeln möglich macht, hat RB Leipzig bereits demonstriert, jetzt soll auch dieses Team den Sprung ganz an die Spitze schaffen. Der Deutschen Fußball-Bundesliga tut diese Kampfansage gut. Sie sorgt für mehr Konkurrenz, mehr Diskussion und noch mehr mediale Berichterstattung. Der deutsche Fußball ist wieder in aller Munde.